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Black and Proud

Autor
McBride, James

Black and Proud

Untertitel
Auf der Suche nach James Brown und der Seele Amerikas. Aus dem Amerikanischen von Werner Löcher-Lawrence
Beschreibung

„Mr. Dynamite“ oder „Godfather of Soul“, das sind nur einige der Beinamen von James Brown, dem wohl berühmtesten afroamerikanischen Musiker in den USA, Erfinder des Funk, der von Mick Jagger bis Michael Jackson alle anderen geprägt hat, der den Sound für die schwarze Bürgerrechtsbewegung lieferte und unvergessliche Bühnenshows ablieferte. Eine Kultfigur mit Pompadour-Frisur, über deren Biographie eigentlich alles bekannt ist – aufgewachsen im Süden der USA in bitterarmen Verhältnissen bei einer Tante (die Mutter hatte die Familie früh verlassen), kaum Schulbesuch, verdient als Junge seinen Unterhalt mit Boxen, klaut Autos, landet im Knast. Dann die erste Band und der steile Aufstieg. Aber was macht eine solche Biographie mit einem Menschen? Wie wird man James Brown?
(ausführliche Besprechung unten)

Verlag
btb Verlag, 2017
Seiten
320
Format
Gebunden
ISBN/EAN
978-3-442-75714-5
Preis
20,00 EUR
Status
lieferbar

Zur Autorin / Zum Autor:

James McBride – Autor, Musiker, Drehbuchschreiber, Journalist – wurde weltberühmt durch seinen autobiografischen Roman “Die Farbe von Wasser”. Das Buch gilt inzwischen als Klassiker in den Vereinigten Staaten, es stand zwei Jahre lang auf der New York Times Bestsellerliste. McBrides Debüt “Das Wunder von St. Anna” wurde vom amerikanischen Kultregisseur Spike Lee verfilmt. Für “Das verrückte Tagebuch des Henry Shackleford” erhielt McBride den renommierten National Book Award.

Zum Buch:

„Mr. Dynamite“ oder „Godfather of Soul“, das sind nur einige der Beinamen von James Brown, dem wohl berühmtesten afroamerikanischen Musiker in den USA, Erfinder des Funk, der von Mick Jagger bis Michael Jackson alle anderen geprägt hat, der den Sound für die schwarze Bürgerrechtsbewegung lieferte und unvergessliche Bühnenshows ablieferte. Eine Kultfigur mit Pompadour-Frisur, über deren Biographie eigentlich alles bekannt ist – aufgewachsen im Süden der USA in bitterarmen Verhältnissen bei einer Tante (die Mutter hatte die Familie früh verlassen), kaum Schulbesuch, verdient als Junge seinen Unterhalt mit Boxen, klaut Autos, landet im Knast. Dann die erste Band und der steile Aufstieg. Aber was macht eine solche Biographie mit einem Menschen? Wie wird man James Brown?

Diesen Fragen geht James McBride in Black and Proud nach. Entstanden ist dabei nicht nur ein Buch über einen außergewöhnlichen (und keineswegs immer angenehmen) Menschen, sondern ein faszinierendes Buch über die USA von den 1930er Jahren bis heute. McBride nimmt uns mit in den tiefen, bitterarmen Süden, nach Augusta, Georgia, wo James Brown aufwuchs. Er spricht mit Freunden, Verwandten, Wegbegleitern, Bandmitgliedern, Ex-Ehefrauen. Er lässt uns den Rassismus spüren, der – nicht nur – den Süden der USA bis heute prägt, und die Bedeutung der Gospelmusik in den vielen schwarzen Kirchengemeinden, durch die sich die diskriminierten Afroamerikaner selbst ermächtigen. Er erklärt die Tücken des Musikbusiness und zeigt, was der plötzliche Ruhm und das Geld mit einem Menschen machen, der bisher nur Mangel gekannt hat. Er erzählt Geschichten von unverbrüchlicher Freundschaft, Familientragödien, kleinlichem Geiz und ungeheurer Großzügigkeit. Und von einem trotz allem Ruhm tragischen Leben, dem selbst nach dem Tod noch die Erfüllung eines Traums verwehrt wird: Browns Vermögen (nach Schätzungen eine zweistellige Millionensumme), das nach seinem testamentarischen Willen unterprivilegierten Kindern in South Carolina und Georgia zugute kommen sollte, wird seit Jahren in einem Rechtsstreit verschleudert, an dem sage und schreibe an die 90 Anwälte beteiligt sind – die alle ihren guten Schnitt machen werden, während die Kids im Regen stehen bleiben.

Black and Proud ist ein faszinierendes und gerade heute wieder hochaktuelles Portrait eines außergewöhnlichen Menschen, in dessen Leben sich exemplarisch die Geschichte eines ganzen Landes spiegelt. Am Ende versteht man den Menschen und das Land besser – und hört die alten Hits mit anderen Ohren!

Irmgard Hölscher, Frankfurt